Unternehmensnachfolge im Mittelstand: Kleine Betriebe besonders betroffen
Kleine Firmen finden schwer Nachfolger. Es gibt wesentlich mehr Firmeninhaberinnen und Firmeninhaber, die übergeben wollen, als mögliche Übernehmer. Die Vorgehensweise unterscheidet sich wesentlich von den Methoden, wie größere Firmen einen Verkaufsprozess durchführen. Die Senioren der Wirtschaft haben einen Ablauf entwickelt, der für kleine Firmen passt und unnötige Kosten vermeidet.
Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich mit der Übergabe des eigenen Betriebs beschäftigen, können sich kostenlos informieren in unserem Online-Vortrag am 14. April, 18:30 Uhr. Anmeldung hier!
Achtzig Prozent der Firmen, die zur Übergabe anstehen, haben höchstens zwei Millionen Euro Umsatz
Nach einer Untersuchung des Instituts für Mittelstandsforschung stehen in Deutschland von 2022 bis 2026 rund 190.000 Unternehmen zur Übergabe an. Etwa 150.000 davon – rund 80 Prozent – erwirtschaften weniger als zwei Millionen Euro Jahresumsatz. Diese kleineren Betriebe sind für viele klassische Unternehmensberatungen wirtschaftlich weniger interessant. Initiativen wie die Senioren der Wirtschaft haben sich daher auf diese Zielgruppe spezialisiert und unterstützen mit praxisnaher Begleitung.
In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz betrifft dies rund 28.000 Unternehmen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der regionalen Wirtschaft. Ohne erfolgreiche Nachfolgelösungen drohen wirtschaftliche Schäden und der Verlust von Arbeitsplätzen und Know-how. Besonders häufig suchen Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich Nachfolger (45 Prozent), etwa in Reinigung, Wartung oder IT. Es folgen das produzierende Gewerbe einschließlich Handwerk (26 Prozent) sowie der Handel (19 Prozent).
Hauptgrund für die Nachfolgesuche ist das Alter der Inhaberinnen und Inhaber, während Krankheit oder Tod nur etwa 14 Prozent der Fälle ausmachen. Dennoch wird die Nachfolgeplanung oft zu spät angegangen. Ursachen sind fehlende Erfahrung, der Mythos der eigenen Unersetzlichkeit sowie strukturelle Schwächen wie die unklare Trennung zwischen privaten und geschäftlichen Belangen oder unrealistische Verkaufserwartungen. Eine frühzeitige und gezielte Unterstützung ist entscheidend, um die Zukunft dieser zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen zu sichern und ihre wirtschaftliche Bedeutung zu erhalten.
Strukturierter Prozess sichert Qualität bei der Nachfolgersuche
Um geeignete Nachfolgerinnen und Nachfolger zu finden, ist ein strukturierter und mehrstufiger Auswahlprozess entscheidend. Grundlage ist zunächst eine verkaufswirksame Anzeige auf Nachfolgebörsen wie nexxt-change oder Deutsche Unternehmerbörse (DUB). Interessenten melden sich in der Regel per E-Mail.
Im ersten Schritt erhalten Interessenten nicht sofort das ausführliche Verkaufsexposé, sondern zunächst einen sogenannten „Teaser“. Dieses Kurzprofil enthält eine Zusammenfassung des Unternehmens, eine Inhaltsübersicht sowie eine Vertraulichkeitserklärung. Der Name der Firma wird hier noch nicht genannt. Das vollständige Exposé wird erst versendet, wenn der Interessent seine vollständigen Kontaktdaten angibt und der Vertraulichkeit zustimmt. Dies schützt vor anonymen oder unseriösen Anfragen. Besteht weiterhin Interesse, folgt ein persönliches Video-Gespräch. Dieses dient dazu, offene Fragen zu klären und einen ersten Eindruck von der Person sowie der Ernsthaftigkeit des Kaufinteressenten zu gewinnen. Erst in einer weiteren Phase kommen vertiefende Gespräche in Betracht. Unternehmensbesichtigungen oder persönliche Treffen sollten jedoch erst stattfinden, wenn zentrale Eckpunkte geklärt sind. Dazu zählen ein erstes unverbindliches Kaufpreisangebot, Angaben zur Finanzierung sowie ein möglicher Zeitpunkt der Übernahme. Diese Vorgehensweise verhindert unnötigen Aufwand an Zeit und Geld und schützt die Vertraulichkeit.
Beratung auf Augenhöhe bei der Betriebsübergabe und Firmennachfolge in ganz Baden-Württemberg
Der gesamte Auswahlprozess ist zeitintensiv und erfordert eine sorgfältige Organisation. Daher empfiehlt es sich, alle Anfragen systematisch zu dokumentieren, beispielsweise in einer Übersicht mit Kontaktdaten und Bearbeitungsstand. Auch vorbereitete Antwortschreiben und klare Abläufe erleichtern die Bearbeitung. Gerade für Inhaber und Inhaberinnen kleiner Unternehmen, die stark im Tagesgeschäft eingebunden sind, kann eine strukturierte Vorgehensweise mit der Unterstützung durch Dritte entscheidend sein, um den passenden Nachfolger effizient und erfolgreich zu finden.
Weitere Informationen gibt es auch im Übergabeflyer mit erprobten Werkzeugen!
Kostenloser Online-Vortrag zur Betriebsübergabe und zum Firmenverkauf
In einem kostenloser Online-Vortrag am Dienstag, 14. April 2026, 18:30 – 20:00 Uhr, können sich Firmeninhaberinnen und – inhaber über die Vorgehensweise und erste sowie nächste Schritte zur Firmennachfolge informieren. Referent ist unser Wirtschaftssenior: Dipl.-Wirtschafts-Ing. Walter R. Kaiser, ein praxiserfahrener ehemaliger Geschäftsführer aus dem Mittelstand.
Anmeldung ist möglich über die über www.senioren-der-wirtschaft.de oder direkt im Veranstaltungsportal.